Fertigungsüberwachung: Welche Nachweise frühzeitig verfügbar sein sollten
Eine Fertigungsüberwachung beginnt nicht erst mit der Sichtkontrolle am fertigen Bauteil. Bereits vor Fertigungsbeginn sollten Anforderungen, Prüfhalte- und Zeugenpunkte, Dokumentationswege und Zuständigkeiten zwischen Auftraggeber, Hersteller und beteiligten Dienstleistern abgestimmt sein.
1. Anforderungen und Prüfumfang klären
Ausgangsbasis sind Vertrag, technische Spezifikation, Zeichnungen, anwendbare Regelwerke und der vereinbarte Prüf- und Qualitätsplan. Unklare oder widersprüchliche Anforderungen sollten vor Beginn der betroffenen Arbeitsschritte geklärt werden.
2. Prüf- und Qualitätsplan abstimmen
Ein Inspection and Test Plan (ITP) kann Arbeitsschritte, Prüfmerkmale, Prüfumfang, Verantwortlichkeiten sowie Hold-, Witness- und Review-Punkte strukturieren. Der Plan muss zum konkreten Auftrag und den vertraglichen Anforderungen passen.
3. Schweiß- und Materialunterlagen nachverfolgen
Je nach Auftrag können Schweißerqualifikationen, Verfahrensprüfungen/WPQR, Schweißanweisungen, Materialzeugnisse, Wärmebehandlungs- und Prüfberichte relevant sein. Die Rückverfolgbarkeit von Werkstoffen und Bauteilen sollte über die vereinbarten Kennzeichnungen und Dokumente nachvollziehbar bleiben.
4. Abweichungen dokumentieren
Feststellungen sollten sachlich beschrieben, eindeutig zugeordnet und mit Status, Verantwortlichkeit sowie vereinbarter Maßnahme versehen werden. Eine Abweichung gilt nicht allein dadurch als geschlossen, dass sie in einer Liste als erledigt markiert wurde; die vereinbarte Nachweisführung ist zu berücksichtigen.
5. Dokumentationspaket vervollständigen
Zum Abschluss werden die vertraglich geforderten Prüf- und Fertigungsunterlagen auf Vollständigkeit, Zuordnung und Lesbarkeit geprüft. Der genaue Dokumentationsumfang richtet sich nach Bestellung, Spezifikation und anzuwendenden Regelwerken.